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Dr. Friederike Feil Akademie_Blog_Ernährung_Gute Gewissen
Ernährung

Machen gesunde Lebensmittel ein gutes Gewissen – und kann man das schmecken?

„Das Gewissen ist jene innere Stimme, die uns zwar nicht abhält, etwas zu tun, aber das Vergnügen erheblich stört.“

(Marcel Achard)

Jeder kennt es, das schlechte Gewissen, wenn wieder mit der Torte, dem Burger oder der Packung Kartoffelchips über die Stränge geschlagen wurde. Das schlechte Gewissen schmeckt für die meisten nach vielen unnötigen Kalorien: Kalorien in Form von Zucker und ungesunden Fetten, von denen jeder ganz genau weiß, dass sie direkt auf die Hüften wandern. Andere bekommen aus Mitleid mit den Tieren ein schlechtes Gewissen, wenn sie tierische Produkte verzehren. Das schlechte Gewissen kann man also definitiv schmecken.

Doch ist es auch möglich, ein gutes Gewissen zu schmecken? Schmeckt das gute Gewissen fett- und kalorienarm? Muss ich womöglich für das gute Gewissen Veganer werden, oder reicht es einfach aus, gesunde Lebensmittel zu verwenden?

„Geiz ist geil“ statt gesunder Lebensmittel?

Ein Deutscher konsumiert in seinem gesamten Leben etwa 40 Schweine, sechseinhalb Tonnen Gemüse, 980 Kisten Bier und 90.000 Tassen Kaffee . Er verschlingt im Laufe seines Lebens einen Berg von mehr als 30 Tonnen fester Nahrung und einen See von 50.000 Litern Flüssigkeit.

Die meisten Deutschen achten jedoch wenig darauf, was genau in ihren Einkaufswagen – und schlussendlich in ihren Körper wandert. Anstatt gesunde Lebensmittel zu kaufen, kaufen viele Deutsche auch hier nach dem Motto „Geiz ist geil“. Sie schlingen ihr Essen mehr schlecht als recht gekaut hinunter und konsumieren unglaublich viele „tote“ Lebensmittel wie Chips, Süßigkeiten und die ach so praktischen Fertigprodukte. Sie alle sind vollgestopft mit Zucker und hochbearbeiteten bösen Fetten. Die folgenschweren Auswirkungen dieser lieblosen Wahl ihrer Lebensmittel auf die eigene Gesundheit und auf die Umwelt werden meist nicht bedacht. Ein Blick aufs Kleingedruckte könnte Abhilfe schaffen. Stattdessen wird unser Augenmerk auf die ansprechende Verpackung und das appetitliche Aussehen der transparent verpackten Krankmacher gelenkt.

Kein schlechtes Gewissen trotz Verzehr von „Massenvernichtungswaffen“?

Für mich sind diese modernen hochbearbeiteten Lebensmittel die größten Massenvernichtungswaffen, die wir uns geschaffen haben. Wer sich mit solchen hochverarbeiteten Lebensmitteln füttert, schwächt seinen Körper enorm. Mit diesen vermeintlichen Lebensmitteln ist der Körper überfordert. Sie liefern keine Nährstoffe und belasten den Körper mit unnötigen chemischen Zusatzstoffen, die er anschließend wieder loswerden muss.  Dadurch sind  die Entgiftungsorgane Leber, Niere, Darm und Haut im Dauereinsatz und irgendwann so überlastet, dass der Mensch krank wird; er hat sich mit diesen Lebensmitteln vergiftet. Interessant ist, dass die meisten Konsumenten kein schlechtes Gewissen haben, wenn sie diese Lebensmittel zu sich nehmen, da sie in Deutschland mittlerweile zum Alltag gehören. Und uns wird suggeriert, dass selber Kochen Zeitverschwendung sei.

Schmeckt das gute Gewissen nach weniger Kalorien und fettarm?

Viele bekommen ein schlechtes Gewissen, wenn sie Lebensmittel verwenden, die voller Kalorien sind und vorwiegend aus hochbearbeiteten Fetten und Zucker bestehen. Denn ihnen ist bewusst, dass diese unnötigen Kalorien SOFORT auf die Hüften gehen. Das ist leider ihre einzige Sorge dabei.

Doch ein gutes Gewissen muss deshalb nicht nach wenig Kalorien und fettarmen Produkten schmecken. Ganz im Gegenteil. Eine fettarme Ernährungsweise ist katastrophal für den Körper. Der Körper kann keine Hormone mehr bilden und auch die Schutzhüllen (Membranen) aller Organe benötigen ausreichend Fett, damit sie die Organe schützen können. Es geht also nicht um die Anzahl der Kalorien und auch nicht um die Menge an Fett, die das schlechte Gewissen ruhigstellen und das gute Gewissen hervorrufen. Das gute Gewissen schmeckt sogar nach richtig viel Fett. Wichtig ist jedoch, dass es sich ausschließlich um hochwertige Fette in Form von nativem Olivenöl, kaltgepresstem Leinöl, nativem Kokosöl, Butterschmalz bzw. Ghee, Nüssen und dunkler hochwertiger Schokolade handelt.

Wenn alle Deine Zellen gut versorgt sind, kommt das gute Gewissen von alleine

Der Körper ist eine Hochleistungsmaschine. Über 70 Billionen Zellen sorgen täglich dafür, dass alles rundläuft im Körper. Alles ist vernetzt und kommuniziert ständig miteinander. Einen Großteil dieser Kommunikation bekommst Du gar nicht mit. Damit alle Organe wie Herz, Lunge, Leber und Darm optimal funktionieren, benötigen sie viel Energie in Form von ATP. Dein Körper stellt diese Energie aus gesunden Lebensmitteln her. Stehen dem Körper nicht ausreichend Nährstoffe zur Verfügung, dann beginnt er, weniger ATP-Energie zu produzieren und einige Funktionen im Körper werden eingestellt. Sie laufen dann auf Sparflamme.

Lieferst Du jedoch Deinem Körper durch gesunde Lebensmittel alle Nährstoffe, die er braucht, dann können Deine Zellen optimal arbeiten und gedeihen. Dann produziert Dein Körper mehr Glückshormone – Dein gutes Gewissen nach dem Essen ist ein positiver Nebeneffekt.

Insgesamt muss der Körper mit 47 essentiellen Nährstoffen versorgt werden. Insbesondere hochwertige Fette sowie Aminosäuren (Eiweißbausteine) und wertvolle Mineralien, Vitamine und Spurenelemente sollten täglich zugefügt werden. Für Dein gutes Gewissen solltest Du also auf hochwertige und gesunde Lebensmittel achten, die möglichst viele Nährstoffe enthalten. Zucker und Fertigprodukte gehören hier absolut nicht dazu.

Verlorene Achtsamkeit beim Essen und „Geiz ist geil“-Mentalität

Vom schlingenden, telefonierenden Co-Worker

Ich bin immer wieder beeindruckt von Menschen, die zeitgleich E-Mails schreiben, telefonieren und nebenbei noch ihr Essen buchstäblich in sich hineinstopfen. Obwohl Multi-Tasking eine Katastrophe fürs Gehirn ist, bin ich immer wieder fasziniert davon, wie ein Mensch gleichzeitig essen, telefonieren und tippen kann. Wahnsinn! Warum tun wir das?

Als ich neulich gemütlich im Coworking-Café in Berlin saß, machte ich mir aus dieser Angewohnheit des unachtsamen Essens der Deutschen einen Spaß. Ich beobachtete einen telefonierenden, schlingenden und gleichzeitig am Computer arbeitenden Cafébesucher und ersetzte sein belegtes Sandwich durch ein anderes,  als er kurz mal nicht hinschaute.

Und was passierte? Er aß einfach weiter. Erst nach der Hälfte des Sandwiches merkte er, dass es nicht sein Thunfisch-, sondern ein Käsesandwich war. Doch er nahm es mit Humor.

Die Achtsamkeit und die Wertschätzung hochwertiger und gesunder Lebensmittel  haben die meisten von uns Deutschen leider komplett verloren. Wir verzehren unsere Lebensmittel lieb- und leidenschaftslos und legen bereits im Supermarkt keinerlei Augenmerk darauf. Gekauft werden billigstes Fleisch aus Massentierhaltung, billigste tierische Produkte,  hochgespritztes Gen-Gemüse und Fertignahrung. Hauptsache günstig.

Übrigens besitzen die Deutschen zwar die teuersten Einbauküchen, bereiten dort jedoch die billigsten Lebensmittel zu.

Billige Lebensmittel haben Ihren Preis: Bauern arbeiten unter Sklavenbedinungen, um die Billigpreise der Supermärkte einhalten zu können. Tiere sind  ohne Tageslicht eingepfercht und kommen dann schlussendlich unter grausamen Bedingungen in Großschlachtereien um. Hochwertige, gesunde Lebensmittel können so nicht entstehen.

Extrainfos zur Massentierhaltung und ihre Folgen für Tier, Umwelt und Mensch:

Über 98 Prozent der deutschen Fleischproduktion stammen mittlerweile aus der Masttierhaltung und aus Massenschlachtbetrieben. Massentierhaltung bringt nicht nur unvorstellbar grausame Nachteile für diese Tiere, sondern auch für die Umwelt und uns Menschen. Die meisten Tiere haben nie eine Weide oder Wiese gesehen, wurden mit Gen-Mais und Gen-Soja gefüttert, damit sie möglichst schnell an Gewicht zulegen. Sie bekommen Antibiotika und Medikamente, um unter diesen widrigen Bedingungen überhaupt existieren – denn als leben kann man das nicht bezeichnen – zu können. Am Ende werden diese Tiere eingepfercht zum Schlachtbetrieb transportiert.

Großbetriebe schlachten inzwischen bis zu 1.500 Tiere pro Stunde. Das ist Stress pur – und nicht nur für die Tiere. Leider ist es so, dass die Betäubung nicht immer gelingt. Experten gehen davon aus, dass etwa ein Prozent dieser Tiere nicht richtig betäubt wird und somit über 600.000 Rinder und Schweine jedes Jahr bei lebendigem Leib ausgeblutet werden.

Kleinschlachtungen mit einer überschaubaren Schlachtungszahl (z. B. Uria Weideschlachtung) wären deshalb aus ethischen Gründen Großschlachtereien vorzuziehen.

Übrigens schwächt ein stresshormonüberladenes Stück Steak mit Antibiotika- und Medikamentenrückständen Deinen Körper. Dein Immunsystem verschlechtert sich. Die Verdauungskapazität Deines Darms ist eingeschränkt und selbst Dein Verhalten wird aggressiver.  Das schlechte Gewissen schmeckt nach Fleisch aus der Massentierhaltung.

Muss  das gute Gewissen vegan schmecken?

Ich sage ganz klar: nein. Das gute Gewissen schmeckt trotzdem nicht vegan. Als Nährstoff‑ und Stoffwechsel-Expertin weiß ich, dass wir unserem Körper mit einer veganen Ernährung nichts Gutes tun. Viele essentielle Nährstoffe, die unser Körper braucht, um optimal zu funktionieren, nehmen wir vorwiegend über tierische Produkte zu uns. Das sind vor allem B‑Vitamine, inkl. B12, Zink, Eisen, Lysin, Omega‑3-Fettsäuren und Eiweiß.

Durch eine vegane Ernährung sind unsere Zellen nicht mehr in der Lage, optimal zu arbeiten. Eine vegane Ernährung ruft einen Nährstoffmangel im Körper hervor. Die Folge: Man ist anfälliger für Krankheiten und wird immer müder. Eine Weile kompensiert das der Körper, dann wird man krank. Somit rettet man zwar mit einer veganen Diät das Tier, doch der eigene Körper trägt dafür die Kosten.

Meine Tipps zur Vermeidung des schlechten Gewissen beim Essen (damit geht es Deinen Zellen, den Tieren und der Umwelt gut):

  1. Iss keine toten Lebensmittel.
  2. Achte auf die höchste Qualität Deiner gesunden Lebensmittel, am besten DEMETER
  3. Iss möglichst nur ein- bis zweimal pro Woche Fleisch. Dieses sollte von glücklichen Tieren aus artgerechter Haltung sein, die möglichst nicht in Großschlachtereien getötet wurden.
  4. Iss in Ruhe und Gelassenheit ohne Ablenkung.
  5. Bereite Dir Dein Essen selber und mit viel Liebe zu.
  6. Sei dankbar für Dein Essen.
  7. Mach mindestens einmal pro Jahr eine Darmkur (z. B. Lebensenergie-Kur), damit der Körper auch alle Nährstoffe aus Deinen gesunden Lebensmitteln aufnehmen kann.

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